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04.07.2016

Bei Halsschlagaderverengung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig

Kalkablagerungen in den Halsschlagadern und eine damit verbundene Verengung der Gefäße (Carotis-Stenose) kann die Ursache von Durchblutungsstörungen des Gehirns sein. Durch die Kalkablagerungen (Arteriosklerose) können sich zudem lokal Gerinnsel bilden, die aus der verkalkten Gefäßwand in das Gehirn verschleppt werden. Die Verstopfung eines Gehirngefäßes kann einen Schlaganfall mit unterschiedlich starkem Ausmaß auslösen.

Kalkablagerungen in den Halsschlagadern und eine damit verbundene Verengung der Gefäße (Carotis-Stenose) kann die Ursache von Durchblutungsstörungen des Gehirns sein. Durch die Kalkablagerungen (Arteriosklerose) können sich zudem lokal Gerinnsel bilden, die aus der verkalkten Gefäßwand in das Gehirn verschleppt werden. Die Verstopfung eines Gehirngefäßes kann einen Schlaganfall mit unterschiedlich starkem Ausmaß auslösen. Die Erkrankung verläuft meist lange Zeit ohne Beschwerden und wird oftmals erst im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt. Weil ein Verschlussprozess durch arteriosklerotische Veränderungen chronisch verläuft, sind anschließend regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um frühzeitig zu erkennen, ob sich behandlungsbedürftige Engstellen in den Gefäßen ausgebildet haben. „Menschen, bei denen eine Carotis-Stenose beobachtet wurde, sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, damit gegebenenfalls frühzeitig therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden können. Betroffene sollten sich mit dem behandelnden Arzt besprechen, in welchem Abstand Kontrolluntersuchungen sinnvoll sind“, rät Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) mit Sitz in Krefeld. Die Untersuchung einer Carotis-Stenose erfolgt schmerzfrei und unkompliziert mit Hilfe von Ultraschall-Untersuchungen. Diese bildgebenden Verfahren ermöglichen es, den Blutfluss und das Ausmaß der Einengung sowie die Zusammensetzung der Kalkablagerungen zu beurteilen.

Auch Risikofaktoren müssen kontrolliert und behandelt werden

Neben der medikamentösen Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten stehen grundsätzlich zwei Methoden zur Beseitigung der Engstelle zur Auswahl: Entweder wird durch eine Operation die Halsschlagader eröffnet und die Kalkablagerungen (Endarteriektomie) werden entfernt. Oder es wird in den verengten Gefäßabschnitt eine Gefäßstütze – ein so genannter Stent – eingebracht, um das Gefäß dauerhaft offen zu halten (Carotis-Stenting). „Auch nach Operationen sind Kontrolluntersuchungen wichtig. So sollten nach 1 Monat sowie nach 6 Monaten und anschließend in jährlichen Abständen weiterhin Kontrolluntersuchungen wahrgenommen werden“, betont der Neurologe. „Voraussetzung für die erfolgreiche Therapie einer Carotis-Stenose ist darüber hinaus die Ausschaltung aller Risikofaktoren durch eine Veränderung des Lebensstils und gegebenenfalls medizinische Maßnahmen: Das bedeutet Nikotinverzicht, Gewichtsreduktion, körperliche Aktivität, Einstellung des Bluthochdrucks und des Diabetes sowie Senkung des Cholesterins.“  Eine regelmäßige Kontrolle dieser kardiovaskulären Risikofaktoren ist ebenfalls notwendig, um dem Schlaganfall-Risiko entgegenwirken zu können.

Risiken für Carotis-Stenose steigen ab dem 65. Lebensjahr deutlich

Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass bei 1 bis 3 Prozent aller Erwachsenen Carotis-Stenosen mit einem Verengungsgrad von über 50 Prozent vorliegen. Ab dem 65. Lebensjahr steigt die Prävalenz auf 6 bis 15 Prozent deutlich an.  Dies bedeutet, dass in Deutschland ca. 1 Mio. Patienten mit einer über 50 prozentigen Carotis-Stenose leben. Bei einer Verengung von über 70 Prozent wird in der Regel eine Operation empfohlen - insbesondere dann, wenn bereits Durchblutungsstörungen des Gehirns aufgetreten sind.

Quelle: S3 Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose

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