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08.03.2016

Schlaganfall: Intensive Neurorehabilitation hilft in jedem Alter

Ältere Menschen erhalten nach einem Schlaganfall oft nur eine beschränkte, geriatrische Rehabilitation. Jüngere Menschen hingegen bekommen meist eine intensive Neurorehabilitation. Grund ist die Vorstellung, Ältere würden von einer intensiven Behandlung wenig profitieren - eventuell sogar überfordert sein. Diese These haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neuropyhsiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) und Reha-Wissenschaftler jetzt widerlegt. Für Ihre Arbeit wurden sie mit dem Forschungspreis der Fürst Donnersmarck-Stiftung ausgezeichnet.

Ältere Menschen erhalten nach einem Schlaganfall oft nur eine beschränkte, geriatrische Rehabilitation. Jüngere Menschen hingegen bekommen meist eine intensive Neurorehabilitation. Grund ist die Vorstellung, Ältere würden von einer intensiven Behandlung wenig profitieren - eventuell sogar überfordert sein. Diese These haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neuropyhsiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) und Reha-Wissenschaftler jetzt widerlegt. Für Ihre Arbeit wurden sie mit dem Forschungspreis der Fürst Donnersmarck-Stiftung ausgezeichnet.

Neurophysiologen widerlegen altersdiskriminierendes Vorurteil

Die Rehabilitations-Wissenschaftlerin Dr. lic. phil. Bettina Studer hat bei mehr als 2300 Patienten gemessen, wie gut sich Betroffene nach einem Schlaganfall durch vier Wochen intensive Neurorehabilitation erholen. Die Ergebnisse der Verlaufsstudie belegen, dass die Kombination aus Physio-, Ergo-, Sport- und Sprachtherapie Menschen über 80 Jahren genauso gut hilft wie Menschen zwischen 65 und 80 und Menschen unter 65 Jahren. Unabhängig vom Alter bringt jede Stunde mehr an Therapie ein Mehr an Erholung und ein Weniger an Pflegeabhängigkeit. „Zu alt für Neurorehabilitation ist durch diese Arbeit als ein altersdiskriminierendes Vorurteil wissenschaftlich widerlegt“, erklärt Studienleiter Professor Knecht, Pressesprecher der DGKN. Zum Thema „Gehirn und Mobilität“ wird er auch einen Vortrag bei der 60. Jahrestagung der DGKN im März 2016 in Düsseldorf halten.

Durchgeführt wurde die in der Fachzeitzeitschrift „Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry“ veröffentlichte Studie an der St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch. „Eine intensive Neurorehabilitation bis an die Leistungsgrenze hilft unabhängig vom Alter jedem Schlaganfall-Patienten gleichermaßen und sollte daher vor allem bei geriatrischen Menschen öfter zum Einsatz kommen“, resümiert der DGKN-Experte.

Das Team freut sich über den Preis; das Geld wollen sie der Initiative „Neuro-Reha – Forschung für Menschen" stiften, um weitere drängende Fragen zu beantworten – etwa die Frage, wie stark verzögerter Beginn von Neurorehabilitation die Erholung beeinträchtigt.

Publikation: Stefan Knecht et al. „Old benefit as much as young patients with stroke from high-intensity neurorehabilitation: cohort analysis” J Neurol Neurosurg Psychiatry Published Online First 11 June 2015, doi: 10.1136/jnnp-2015-310344

Quelle: Deutschen Gesellschaft für Klinische Neuropyhsiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN)