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05.02.2018

Gegen Nervenschmerzen bei Diabetes helfen Ibuprofen und Co. Nicht

Die Polyneuropathie ist eine neurologische Erkrankung der peripheren Nerven, die Empfindungen, Muskelbewegung sowie auch das vegetative Nervensystem steuern. Oft leiden Diabetiker infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte unter dieser Nervenschädigung.

Diabetiker, die Nervenschmerzen haben, sollten keine frei verkäuflichen Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac nehmen. Solche Schmerzmittel wirken gegen Entzündungen. Die Nervenschmerzen bei Diabetes-Patienten gehen aber nicht auf Entzündungen zurück. Sie werden meist von geschädigten Nervenfasern verursacht.

Für Betroffene kommen zum Beispiel Medikamente, die eigentlich gegen Epilepsie eingesetzt werden, infrage. Sie verringern den Nervenreiz. Auch Antidepressiva und Opiate werden bei diabetischen Nervenschmerzen eingesetzt - natürlich immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Manchen Patienten helfen auch spezielle Pflaster mit dem Wirkstoff Capsaicin. Jenseits der Medikamente tun vielen Betroffenen kalte Güsse und Ergotherapie gut.

Quelle: dpa, Extra Diabetes (Ausgabe 1/2018)