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24.11.2011

Bildgebende Technik zur Früherkennung von Alzheimer entwickelt

Bisher wird Alzheimer mit klinischen Tests nachgewiesen. In erster Linie geht es um Gedächtnisleistungen. Mit der PET-Bildgebung verbindet sich nun die Hoffnung, die Diagnostik entscheidend voranbringen.

Forscher aus Leipzig treiben die Früherkennung von Alzheimer voran. Dazu markieren sie im Hirn der zu untersuchenden Menschen ein Molekül, dessen Menge bei Alzheimer-Patienten bereits im frühen Stadium des Leidens zurückgeht. Der Nachweis erfolgt mit der sogenannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Diese erzeugt Schnittbilder, auf denen die zuvor radioaktiv markierten Moleküle sichtbar werden. So lässt sich feststellen, ob deren Zahl abgenommen hat. Die Leipziger entwickelten hierfür ein spezielles Präparat. Es basiert auf einer in Pfeilgiftfröschen gefundenen toxischen Verbindung, die stark an die Nikotinrezeptoren bindet. Mit der Substanz verringere sich die Untersuchungszeit von bisher sieben auf weniger als eineinhalb Stunden, hieß es in der Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums.

Mit der in Leipzig entwickelten Substanz lässt sich die Abnahme der sogenannten Nikotinrezeptoren im Gehirn feststellen. Die Rezeptoren binden den Botenstoff Acetylcholin. Er  sorgt in einem gesunden Hirn dafür, dass Informationen zwischen den Nervenzellen fließen. Dieser Vorgang kommt bei Alzheimer-Patienten zunehmend zum Erliegen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Anzahl der Rezeptoren schon zu Beginn der Erkrankung abnimmt. Deshalb eignen sich die Rezeptoren gut für eine Früherkennung von Alzheimer-Demenz.

Bisher wird Alzheimer mit klinischen Tests nachgewiesen. In erster Linie geht es um Gedächtnisleistungen. Eine absolut sichere Diagnose sei aber nur durch Gewebeuntersuchungen nach dem Tod möglich, teilte das Helmholtz-Zentrum mit. Mit der PET-Bildgebung verbindet sich nun die Hoffnung, die Diagnostik entscheidend voranbringen. Die Patienten werden mit der radioaktiv markierten Substanz gespritzt. Die Substanz reichert sich speziell an den Nikotinrezeptoren im Gehirn an und führt dort zu Wechselwirkungen mit dem Gewebe, die messbar sind.

Quelle: dpa