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12.04.2011

Bewegungstherapie kann Parkinson-Symptomatik verbessern

In einer kleinen Studie wurde gezeigt, dass eine Bewegungstherapie - entgehen früherer Annahmen - für Parkinson-Patienten vorteilhaft sein kann.

In einer kleinen Studie wurde gezeigt, dass eine Bewegungstherapie - entgehen früherer Annahmen - für Parkinson-Patienten vorteilhaft sein kann. Schrittlänge, Gehgeschwindigkeit, Gangbild und Spurbreite von Parkinsonpatienten können  mit einer Bewegungstherapie offenbar verbessert werden.

Beim idiopathischen wurden lange Zeit keine Bewegungstrainings empfohlen. Hintergrund dessen war die Annahme, dass Patienten die krankheitsbedingt erniedrigten Dopamin-Spiegel nicht durch Aktivität zusätzlich erschöpfen sollen. Auf dem 7. Deutschen Parkinson-Kongress veröffentlichte die Sporthochschule Köln nun eine kleine Untersuchung, bei der sechs Parkinson-Patienten über drei Monate zweimal pro Woche einen Laufbandtest absolvierten. Es wurde unter anderem ermittelt, inwieweit sich das Gangbild und die Laufleistung veränderten. Schrittlänge und Spurbreite waren bei den Patienten zu Testbeginn deutlich beeinträchtigt. Die Auswertung und Beurteilung des Trainings erfolgte mit Hilfe einer Videoanalyse.

Nach drei Monaten wurde deutlich, dass sich das Gangbild hinsichtlich Schrittlänge und Spurbreite verbessert hatte. Insbesondere konnte die Schrittlänge um durchschnittlich 60% verlängert werden. Die Verbesserungen bei der Spurbreite waren dezenter. Auch konnten die Patienten schneller laufen.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass auch Patienten mit geringerer Symptomatik von Bewegungstrainings profitieren könnten. Die Ergebnisse sollten jedoch noch in einem praxisnäheren Test überprüft werden, da sich die Bedingungen auf dem Laufband nicht ohne weiteres auf den Laufalltag der Betroffenen übertragen lassen. Quelle: SpringerMedizin.de basierend auf: 7. Deutscher Parkinsonkongress, Kiel, 10.-12.3.2011