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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Was ist Schwindel?

Schwindel kann sich auf vielfältige Weise äußern. Während einige Betroffene das Gefühl haben, sie würden Karussell fahren, wird anderen auf der Rolltreppe schwindelig. Wieder andere klagen darüber, dass alles um sie herum schwankt.

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen gehören neben Kopf- und Rückenschmerzen zu den häufigsten Beschwerden, die Patienten zum Arzt führen. In der Hausarztpraxis klagt ungefähr jeder sechste Patient über Schwindel. Während bei den jungen Erwachsenen nur knapp 2% betroffen sind, steigt der Anteil bei den über 65-Jährigen auf mehr als 30% und liegt bei den über 75-Jährigen noch höher.

Drehschwindel, Lagerungsschwindel, Morbus Meniere, Migräne-Schwindel
Schwindel ist Symptom unterschiedlicher Erkrankungen

Bei Schwindel handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, sondern um ein so genanntes multisensorisches Syndrom. Es macht sich durch eine gestörte Wahrnehmung verschiedener Sinne, den Verlust der Körpersicherheit im Raum und damit verbundenen Gleichgewichtsstörungen bemerkbar. In voller Ausprägung äußert sich Schwindel in der Wahrnehmung von Scheinbewegungen, einer gestörten Funktion der Augenmuskulatur (Nystagmus), Fallneigung sowie in begleitenden vegetativen Beschwerden wie z.B. Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen. Er kann sowohl vorübergehend (episodisch als wiederholte Anfälle) als auch andauernd auftreten.

Der Schwindel ist Leitsymptom viele Erkrankungen. Hinter Schwindelgefühlen können sich neurologische Störungen, Ohren-Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden, aber auch psychische Ursachen wie eine Angststörung verbergen. Plötzlich einsetzende, häufige oder anhaltende Schwindelanfälle sollten unbedingt von einem Facharzt, einem Neurologen, Internisten und/oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt, abgeklärt werden. Denn Schwindelattacken können zwar harmlos sein, aber in anderen Fällen auch auf eine lebensbedrohliche Erkrankung hinweisen.

Fachliche Unterstützung: PD Dr.med. Mark Obermann, Essen (DGN)