Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Anzeichen für Selbstverletzendes Verhalten

SVV-Betroffene leiden häufig unter gestörtem Schlaf, ziehen sich zurück, vernachlässigen Freunde und auch Interessen, denen sie sonst nachgingen. Sie neigen dazu, entstandene Narben durch das Tragen langer Kleidung zu verbergen - auch beim Sport und an warmen Tagen. Auch Stimmungsveränderungen können ein Warnzeichen sein. Sichtbare Warnzeichen sind Verletzungen, die gehäuft auftraten, wie:

  • Schnittverletzungen, Kratzer (am ganzen Körper, insbesondere Unterarm)
  • Schürfwunden an Knie- oder Ellenbogengelenken
  • Brüche
  • punktartige (Brand-) Verletzungen oder Stiche
  • Verbrennungen und/oder Verbrühungen
  • blaue Flecken

Grundsätzlich sollten Eltern hellhörig werden, wenn ihr heranwachsendes Kind zu verstehen gibt, dass es sich wertlos oder hoffnungslos fühlt. Eltern sollten immer offen für ein Gespräch sein und die Probleme der Heranwachsenden ernst nehmen. Für einen Erwachsenen können diese oft harmlos erscheinen, doch in den Augen eines Jugendlichen können sie „weltbewegend“ sein. Die meisten Jugendlichen, die sich selbst verletzen, schämen sich dafür und reagieren abwehrend, wenn sie darauf angesprochen werden. Um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, sollten Eltern Gesprächsbereitschaft signalisieren, ohne dabei kritisierend oder bewertend zu reagieren.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ulm (DGKJP)