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06.07.2011

Cannabis beschleunigt Auftreten von Psychosen

Australische Forscher untersuchten in einer Metastudie, inwieweit der Konsum von Alkohol, Marihuana und anderen psychoaktiven Substanzen die Entwicklung von Psychosen beeinflusst.

Australische Forscher untersuchten in einer Metastudie, inwieweit der Konsum von Alkohol, Marihuana und anderen psychoaktiven Substanzen die Entwicklung von Psychosen beeinflusst.  In diese Analyse gingen die Daten von 83 Studien mit mehr als 20.000 Teilnehmern ein, die an einer Schizophrenie oder an anderen psychischen Leiden erkrankt waren. Dabei wurde deutlich, dass Cannabis-Konsum das Auftreten einer Psychose um bis zu 2,7 Jahre vorverlegt. Andere konsumierte Drogen hatten keinen Einfluss auf die Vorverlegung der Erkrankung.Die Wissenschaftler vermuten, dass bei der beschleunigten Psychose-Entwicklung durch Marihuana eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Störungen eine Rolle spielt, sowie auch eine Beeinträchtigungen der Entwicklung des Gehirns.  Die Studienergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, die ebenfalls ein erhöhtes Psychose-Risiko durch Cannabis-Konsum festgestellt hatten. Dabei wurde  insbesondere deutlich, dass der Drogen-Konsum in jungen Jahren mit einer erhöhten Gefährdung für Psychosen einhergeht.Literatur:http://archpsyc.ama-assn.org/cgi/content/abstract/archgenpsychiatry.2011.5v1 Quelle: dpa