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28.08.2019

Schlafmediziner: Zehnjährige sind besonders oft Schlafwandler

Rund vier Prozent aller Erwachsenen sind nach Schätzung von Wissenschaftlern Schlafwandler. Bei Kindern im Alter von 10 Jahren sind es sogar mehr als 13 Prozent.

Kinder im Alter von zehn Jahren sind am anfälligsten für das Schlafwandeln. In diesem Alter seien 13,4 Prozent der Kinder auf diese Weise aktiv, sagte der Schlafmediziner Alfred Wiater von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) der Deutschen Presse-Agentur in München. „Bei Kindern und Jugendlichen gilt Schlafwandeln in der Regel als vorübergehendes Entwicklungsphänomen“, beruhigt der Schlafmediziner. „Sorgen bereiten sollte die Tatsache, dass während des Schlafwandelns die Schmerzempfindlichkeit herabgesetzt ist und es zu Selbstverletzungen kommen kann.“ Sein Tipp: Alles absichern, „gerade auch in fremder Umgebung“. Und Schlafwandler nicht aufwecken, auch weil manche aggressiv reagieren. Stattdessen solle man beruhigend auf den Betroffenen einwirken und ihn wieder ins Bett geleiten. Psychologische Hilfe sei nur in sehr ausgeprägten Fällen zu erwägen. Die Kinder hören im Verlauf der weiteren Entwicklung damit meist irgendwann aber auf. Nur noch vier Prozent der Erwachsenen sind laut DGSM Schlafwandler.

Die typische Zeit fürs Schlafwandeln ist nach Meinung von Experten der Übergang vom ersten Tiefschlaf in die erste Traumschlafphase, also etwa 1 bis 1,5 Stunden nach dem Einschlafen. Im Gehirn mischten sich Komponenten des Wachseins zum Tiefschlaf, ohne dass der Betroffene komplett wach werde, heißt es bei der DGSM. Stress und Schlafstörungen könnten Ursachen sein, mitunter sei die Neigung auch vererbt.

Weitere Informationen der DGSM für Patienten mit Schlafstörungen: https://www.dgsm.de/patienteninformationen_ratgeber.php?language=german

Quelle: dpa