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09.05.2013

Kinder- und Jugendpsychiater warnt vor großzügigerem Umgang mit Cannabis

Der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Rainer Thomasius hat vor einer Erhöhung der Cannabis-Freigrenze gewarnt, weil von der Droge unterschätzte Gesundheitsrisiken ausgehen.

Der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Rainer Thomasius hat vor einer Erhöhung der Cannabis-Freigrenze in Niedersachsen gewarnt. „Intensiver Cannabisgebrauch im Kinder- und Jugendalter führt zu Hirnschäden bis zur Schizophrenie“, sagte der Ärztliche Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Zudem hätten sich die THC-Inhaltsstoffe der Droge erhöht.

Zurzeit ziehen fast alle Bundesländer wie Niedersachsen die Grenze für den Eigenbedarf bei sechs Gramm. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hatte jedoch eine Erhöhung nicht ausgeschlossen. Cannabis ist eine illegale Droge. Beim Besitz kleiner Mengen verzichten Polizei und Justiz meist jedoch auf eine Strafverfolgung.

Nach der in Hannover vorgestellten Drogen-Studie der Techniker Krankenkasse hat jeder siebte der gut 1000 befragten niedersächsischen Schüler schon mindestens einmal Cannabis probiert. 7,4 Prozent gaben an, im vergangenen Monat einen Joint geraucht zu haben. Dem Mediziner zufolge konsumieren in Ländern mit einem großzügigeren Umgang mit Cannabis wie Spanien oder Holland auch weit mehr Jugendliche die Droge.

Quelle: dpa