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24.01.2011

Jugendliche landen häufiger mit Vollrausch in Klinik

Kinder und Jugendliche landen immer häufiger sturzbetrunken im Krankenhaus. Auch psychische Probleme sind bei Kindern und Jugendlichen deutlich auf dem Vormarsch.

Kinder und Jugendliche landen immer häufiger sturzbetrunken im Krankenhaus. Im Jahr 2008 mussten sich nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Mechthild Dyckmans bundesweit fast 26.000 Mädchen und Jungen deshalb in Kliniken behandeln lassen. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um etwa 11%, erklärte Dyckmans in Hannover. Dort wurde eine Studie der Krankenkasse KKH-Allianz vorgestellt, die zu einem ähnlichen Ergebnis kommt.In nur acht Jahren seien die Behandlungen wegen Alkoholmissbrauchs bei 12- bis 21-jährigen Versicherten um 166% gestiegen. Noch drastischer sind Quoten bei den jungen Erwachsenen. 17- bis 21-Jährige kamen dreimal so oft wie noch 2000 wegen Alkoholstörungen ins Krankenhaus.In dieser Altersgruppe sei zudem ein weiterer erschreckender Trend zu beobachten. Ihre exzessive Trinksucht bringt sie sogar mehrmals im Jahr in die Klinik. Mehr als 7% der bereits einmal stationär behandelten Jugendlichen zwischen 17 und 21 Jahren brauchten im gleichen Kalenderjahr noch mindestens ein zweites Mal ärztliche Hilfe. Diese Zahlen hätten sich zwischen 2000 und 2008 sogar versechsfacht.Die meisten Klinikaufenthalte betrunkener Jugendlicher in den vergangenen Jahren seit 2000 verzeichnet die Krankenkasse in Bremen, die wenigsten in Hamburg. Niedersachsen findet sich im Mittelfeld wieder.

Auch psychische Probleme auf dem VormarschDie Studie deckte zudem noch weitere gesundheitliche Probleme junger Versicherter auf: Psychische Probleme sind demzufolge bei Kindern und Jugendlichen deutlich auf dem Vormarsch. Die Diagnosen „Reaktion auf schwere Belastungen und Angststörungen“ sind der Krankenkasse zufolge zwischen 2004 und 2008 um 18% gestiegen. „Andere Angststörungen“ und „depressive Episoden“ nahmen um jeweils rund 10% zu. Online-Test ordnet Trinkverhalten für Jugendliche ein War der letzte Drink am Wochenende schon einer zu viel? Damit Jugendliche ihren Alkoholkonsum besser einschätzen können, bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln einen Selbst-Test im Internet an. Anonym kann ein Fragebogen ausgefüllt werden, der zum einem den regelmäßigen aber auch das aktuelle Trinkverhalten in den vergangenen sieben Tagen abfragt. Zusätzlich müssen Angaben dazu gemacht werden, aus welchen Gründen getrunken wurde und ob man von Familie oder Freunden schon mal auf seinen Alkoholkonsum angesprochen wurde. Das Ergebnis des Tests zeigt, ob sich das Trinken noch im grünen, orangenen oder schon roten Bereich befindet. Weiterhin gibt es Tipps, wie sich der eigene Konsum verringern lässt. Der Test gehört zu der neuen BZgA-Broschüre „Limit“. Das Magazin“, das Jugendliche über Alkohol aufklären will.Die Broschüre „Limit. Das Magazin.“ kann kostenlos bestellt werden bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax: 0221-8992257 oder per E-Mail: order@bzga.deQuellen: BZgA, dpa