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14.06.2018

Angst vor Schmerzen verstärkt bei Kindern die Schmerzen

Den Ergebnissen einer Studie zufolge finden Kinder Schmerzen stärker, wenn sie davon ausgehen, dass ihnen ein schmerzhaftes Ereignis bevorsteht. Für Erwachsene gilt das gleiche. Diese Erkenntnisse könnten für medizinische Behandlungen und auch Impfungen relevant sein.

Ein Kinderarzt tut seinen kleinen Patienten keinen Gefallen, wenn er den Spritzen-Pieks vorher mitfühlend ankündigt: Einer US-Studie zufolge empfinden Kinder Schmerzen nämlich als stärker, wenn sie damit rechnen, dass etwas weh tun wird. Von Erwachsenen ist dies bereits bekannt. Forscher der University of California in Riverside untersuchten den Zusammenhang nun erstmals an Kindern und veröffentlichten die Ergebnisse im Journal «Psychosomatic Medicine».

Tests mit insgesamt 41 Kindern und 23 Erwachsenen zeigten, dass Temperaturen auf der Haut durchweg als schmerzhafter empfunden wurden, wenn den Probanden zuvor durch einen Signalton eine schmerzhaft hohe Temperatur angekündigt worden war. Erklang hingegen der Signalton für wenig Schmerzen, empfanden die Teilnehmer die identische Temperatur auch als weniger unangenehm. Für Kinderärzte bestätigt dies ihre Erfahrung, dass unangenehme Prozeduren nicht mit großem Vorlauf angekündigt werden sollten.

Quelle: dpa