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31.08.2017

Alkohol richtet im Gehirn von Jugendlichen nachhaltig Schäden an

Alkoholkonsum hat Auswirkungen auf fast alle Organe im Körper, wobei sie für die Leber und insbesondere für das Gehirn besonders drastisch sein können. Jugendliche sind aufgrund der Gehirnentwicklung noch stärker von Schädigungen im Hirn betroffen.

Alkohol ist die am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz unter Jugendlichen in Deutschland. Es trinken zwar insgesamt weniger Jugendliche, aber der Konsum derjenigen, die trinken, hat zugenommen. Torkelt ein Jugendlicher während einer Party oder hat Probleme sich zu artikulieren, ist in der Regel klar: Er hat zu viel Alkohol getrunken. Am nächsten Morgen ist der Spuk meist vorbei. Weniger offensichtlich ist, dass jeder Rausch langfristige Schäden im jugendlichen Gehirn anrichtet, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN). Im Jugendalter entwickeln sich im Gehirn vor allem die Areale, die für die soziale Kompetenz zuständig sind.

Konzentrations- und Lernschwierigkeiten sind unter anderem Folgen

Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt die Folgen für Jugendliche, die auf Partys regelmäßig mehr als vier Drinks in zwei Stunden zu sich nehmen: Sie haben mehr Schwierigkeiten, sich über eine längere Zeit zu konzentrieren. Sie lernen neue Vokabeln auch weniger leicht als Jugendliche, die seltener und weniger Alkohol trinken. Zwar ist ein regelmäßiger Vollrausch für jeden schädlich - vor allem Jugendliche sollten aber mit Blick auf ihre Gehirnentwicklung Alkohol nur in Maßen trinken, rät die DGKN.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt erwachsenen Männern, generell nicht mehr als 24 Gramm Alkohol pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht ungefähr einem großen Bier. Bei Frauen sollten es nicht mehr als 12 Gramm sein - ein kleines Bier oder circa 0,1 Liter Wein. An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte man gar keinen Alkohol zu sich nehmen.

Weitere Informationen:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. zu Alkohol
Studie zu den Effekten vom Trinken auf das jugendliche Gehirn

Quelle: dpa