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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Diagnostik bei Schlafstörungen von Kindern und Jugendlichen

Bei hartnäckigen Schlafstörungen, die sich der Aufklärung durch den Kinderarzt entziehen, ist die Überweisung an einen pädiatrischen Schlafmediziner in ein Schlafzentrum sinnvoll. Der Schlafmediziner ist dann zunächst maßgeblich auf die Beobachtungen der Eltern angewiesen und wird sie zunächst ausführlich über den Schlaf-/Wachrhythmus des betroffenen Kindes befragen. In der Regel wird er die Eltern bitten, ein bis zwei Wochen lang Protokoll über die Schlafgewohnheiten ihres Kindes zu führen, bevor sie zum ersten Mal zu ihm kommen. Wichtig dabei sind Informationen über die Weck- und Zubettgehzeiten, Ereignisse in der Nacht und Informationen über die Leistungsfähigkeit und Funktionstüchtigkeit des Kindes am Tag.

Im Schlafzentrum wird das Kind ausführlich körperlich untersucht und verschiedenen psychologischen Test unterzogen. Manchmal muss es ein oder zwei Nächte im Schlaflabor schlafen, bevor eine Diagnose gestellt werden kann. Der Schlaf des Kindes wird dabei über eine Reihe von Sensoren an Kopf und Körper aufgezeichnet und mit dem Schlaf von Gleichaltrigen ohne Schlafstörung verglichen.

In manchen Fällen ist zusätzlich eine Schlafuntersuchung am Tage notwendig, bei der das Kind im Abstand von zwei Stunden mit bestimmten Mitteln für kurze Zeit zum Schlafen gebracht wird. An der Geschwindigkeit, mit der die kleinen Patienten bei dieser Methode einschlafen (Multipler-Schlaf-Latenz-Test), lässt sich der Grad der Tagesschläfrigkeit messen.

Im nächsten Schritt wird eine individuelle Behandlungsstrategie vorgeschlagen und auch getestet, inwiefern sie den Schlaf des Kindes verbessert. Die meisten Schlafstörungen lassen sich erfolgreich therapieren, wobei die Behandlungsmethode bei jedem Kind individuell abgestimmt werden muss.

Fachliche Unterstützung: Univ.-Prof. Dr. med. Gerd Lehmkuhl, Köln (DGKJP)