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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Störungsbild: Einkoten (Enkopresis)

Kinder, die einkoten, leiden häufig unter Verstopfung (Obstipation). Sie haben selten Stuhlgang und oft einen harten, trockenen Stuhl. Dementsprechend ist auch die Darmentleerung für sie schmerzhaft, so dass sie den Stuhl einhalten. Unter Umständen verursachen die z. T. tastbaren Kotsteine im  Darm auch Bauchschmerzen. Durch die verlängerte Darmpassage dickt er zunehmend ein und wird immer härter. Schließlich lässt auch die Peristaltik nach, die durch Anspannung und Entspannung der Muskulatur in der Darmwand, den Stuhl normalerweise ins Rektum befördert. 40 Prozent der betroffenen Kinder haben zudem wenig Appetit.

Häufig treten die Beschwerden schon im Kleinkindalter auf nach einer akuten, d.h. vorübergehenden, Obstipation. Diese kann z.B. durch schmerzhafte Schleimhautrisse im Enddarm oder durch belastende Lebensereignisse ausgelöst werden. Eine Gruppe von Kleinkindern weigert sich länger als einen Monat lang ihr Geschäft auf der Toilette zu erledigen, sie setzen ihren Stuhl nur in die Windel ab. Dies nennt man Toilettenverweigerungssyndrom. Folge kann eine starke Erweiterung des Dickdarms sein, in dem sich der Kot staut.

Es gibt aber auch Kinder, die einkoten, obwohl sie täglich einen normal geformten Stuhl ausscheiden und einen guten Appetit haben. Sie haben in der Regel keine Schmerzen und ihre Wahrnehmung für die Dehnungsreize im Rektum ist nicht vermindert. Ebenso wenig sind Kotsteine tastbar. Die betroffenen Kinder nässen auch seltener zusätzlich ein als diejenigen, die zugleich unter einer Obstipation leiden.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Alexander von Gontard, Homburg/Saar (DGKJP)