Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Diagnostik: Einnässen

Zuerst sollte beim Kinder- und Jugendarzt abgeklärt werden, ob eine Fehlbildung im Urogenitaltrakt oder andere medizinische Ursachen für die Probleme verantwortlich sind. Durch eine Untersuchung des Urins wird eine Infektion der Harnwege ausgeschlossen. Eine Ultraschalluntersuchung von Blase und Niere ermöglicht das Erkennen von Fehlbildungen und der Restharnmenge nach einem Toilettenbesuch. Sollte eine Verstopfung das Einnässen verursachen, kann dies ebenfalls bei einer Ultraschalluntersuchung erkannt werden. Mit Hilfe der Uroflowmetrie kann der Harnfluss während des Wasserlassens untersucht werden.

Schließlich werden die Eltern gebeten ein 48-Stunden-Protokoll über das Trink- und Toilettenverhalten zu erstellen. Ein solches Protokoll sollte möglichst an zwei aufeinanderfolgenden Tagen und ohne Stress geführt werden. Erfasst werden Zeitpunkt und Menge der aufgenommenen Flüssigkeiten, sowie zu jedem Zeitpunkt die jeweilige Menge des Urins. Außerdem können Eltern Angaben über Drangsymptome, Haltemanöver oder Pressen machen. Zusätzlich können Fragebögen die Diagnostik ergänzen.

Erst wenn körperliche Ursachen für das Einnässen ausgeschlossen sind, ist ein Besuch beim Kinder- und Jugendpsychiater sinnvoll, um seelischen Ursachen auf die Spur zu kommen und diese zu beheben. Der Kinder- und Jugendpsychiater wird sich hierzu in einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern und dem betroffenen Kind einen Eindruck von der Vorgeschichte und der gegenwärtigen Situation machen. Unterstützend können Fragebögen zum Einsatz kommen.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Alexander von Gontard, Homburg/Saar (DGKJP)