Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Diagnostik: Einkoten (Enkopresis)

Auch beim Einkoten sollte das Kind zuerst vom Kinder- und Jugendarzt körperlich untersucht werden. So werden etwa schmerzhafte Einrisse am After festgestellt. Liegt ein Verdacht auf eine Infektion vor, wird der Stuhl im Labor untersucht. Durch die Erfassung der Ess- und Trinkgewohnheiten und die Häufigkeit der Stuhlentleerungen kann eine Obstipation erkannt werden. Gleichzeitig kann eine mögliche Ursache hierfür gefunden werden.

Beim Abtasten des Ober- und Unterbauchs spürt der Arzt Kotsteine auf, die sich im Darm angesammelt haben. Darüber hinaus ermöglicht eine Ultraschalluntersuchung neben dem Nachweis von angestautem Kot auch das Erkennen eines Megacolons. Fragebögen zum Einkoten und zu Verhaltensauffälligkeiten ergänzen die bei der körperlichen  Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse.

Beim Verdacht auf eine psychische Erkrankung ist eine Untersuchung beim Kinder- und Jugendpsychiater notwendig. Auch hier wird sich der Kinder- und Jugendpsychiater in einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern und dem betroffenen Kind über die Vorgeschichte und den gegenwärtigen Situation informieren. Im Hinblick auf das soziale und emotionale Wohl des Kindes und der Familie sollte eine Abklärung beim Kinder- und Jugendpsychiater frühzeitig erfolgen – ab einem Alter von vier Jahren und wenn der Verdacht auf eine begleitende Störung besteht.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Alexander von Gontard, Homburg/Saar (DGKJP)