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Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Prognose und Verlauf von Autismus-Spektrum-Störungen

Wie sich eine autistische Störung genau entwickelt, kann man nicht vorhersagen. Die Prognose bei Kindern mit einer sonstigen desintegrativen Störung ist insgesamt deutlich ungünstiger als bei anderen Formen von Autismus-Spektrum-Störungen. Viel hängt generell vom Schweregrad der Entwicklungsstörung und möglichen Begleiterkrankungen ab. Wichtig ist auch, dass die Krankheit früh erkannt und die Betroffenen entsprechend behandelt und gefördert werden. Die Patienten benötigen in der Regel viel Aufsicht, Kontrolle und Fürsorge. Hinzu kommt bei vielen Menschen mit Autismus ein erhöhtes Unfallrisiko, weil sie z.B. Gefahren im Straßenverkehr nicht richtig einschätzen können.

Die Symptome der Krankheit sehen in den verschiedenen Altersstufen unterschiedlich aus, in der Kindheit sind sie meist am stärksten ausgeprägt. Im Vorschulalter entwickelt sich häufig das Vollbild der Erkrankung. Im Schulalter lässt die Schwere der Krankheit oft nach. Im Jugendalter und im frühen Erwachsenenalter erreicht etwa die Hälfte der Betroffenen eine deutliche Verhaltensbesserung, während die Störung bei anderen stagniert oder sich die Krankheitsanzeichen wieder verstärken. Einige Patienten können mit ambulanter Hilfe gut in die Familie integriert werden, eine/n normale/n Kindergarten bzw. Schule besuchen, evtl. eine Berufsausbildung absolvieren und relativ viele Dinge im Alltag allein verrichten. Bei anderen Betroffenen wiederum ist die Krankheit so ausgeprägt und die Selbstverletzungsgefahr so groß, dass die Patienten in einer betreuten Wohnform besser aufgehoben sind als zu Hause und dort auch optimal gefördert werden.

Doch auch bei Erreichen einer unabhängigen Lebensführung, beeinträchtigt die Störung in den allermeisten Fällen das Dasein. Normal intelligente Betroffene entwickeln im Jugend- und Erwachsenenalter daher nicht selten eine Depression, wenn ihnen das Ausmaß ihrer Krankheit bewusst wird.

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Dipl. Theol. Christine M. Freitag, Frankfurt (DGKJP)