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Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Risikofaktoren für problematischen Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von problematischem Alkoholkonsum spielen u.a. körperliche (biologische, genetische), psychische und soziale Faktoren eine Rolle. Allgemein gilt, dass stoffgebundene Suchterkrankungen, wie Alkoholabhängigkeit, eine psychische und eine körperliche Abhängigkeit hervorrufen können, die sich im Zusammenspiel gegenseitig verstärken.

Als Risikofaktoren für Alkoholabhängigkeit bei Kinder und Jugendlichen gelten:

  • Familiäre Faktoren:
    Kinder suchtkranker Eltern werden statistisch gesehen häufiger abhängig als andere Kinder. Das Aufwachsen mit einem Suchtkranken in der Familie stellt eine erhebliche psychische Belastungssituation dar und erhöht die Risiken selbst abhängig zu werden.
  • Frühe Gewöhnung an Alkohol:
    Je jünger die Kinder sind, wenn sie zum ersten Mal Alkohol trinken, desto größer ist die Gefahr des späteren Missbrauchs bzw. einer Abhängigkeit.
  • Bestimmte Lebensbedingungen:
    z.B. häufiger Aufenthalt in kontrollfreier Umgebung, Laisez-faire-Verhalten der Eltern, mangelnder Rückhalt in der Familie, Langeweile, leichter Zugang zu Alkohol, Mitglied in einer Peergroup, die Alkohol konsumiert
  • Personale Faktoren:
    z.B. ausgeprägtes Neugierverhalten („novelty seeking“, „sensation seeking“), frühe Verhaltensauffälligkeit (insbesondere Ängstlichkeit und Depressivität bei Mädchen bzw. expansive Verhaltensauffälligkeit bei Jungen), Aufmerksamkeitsdefizit- (Hyperaktivitäts-)Syndrom (ADHS), Suizidalität, genetische Faktoren (Alkoholsensitivität)

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Rainer Thomasius, Hamburg (DGKJP)