Neurologen und Psychiater im Netz

Das Informationsportal zur psychischen Gesundheit und Nervenerkrankungen

Herausgegeben von Berufsverbänden und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

Diagnostik: Körperliche Untersuchung

Internistische und neurologische Untersuchungen wie z. B. das Messen von Körpergröße und Gewicht, das Abhören von Herz und Bauch mittels Stethoskop, das Prüfen der Reflexe, der Beweglichkeit und des Empfindens dienen dazu, körperliche Ursachen eines psychischen Leidens auszuschließen bzw. zu erkennen (z.B. ein Anfallsleiden, eine Entzündung des Gehirns, eine Erkrankung des Stoffwechsels oder ein Tumor), sofern die die berichteten bzw. beobachteten Auffälligkeiten nicht eindeutig rein psychisch bedingt sind.  

Darüber hinaus müssen Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ggf. die Anwendung von Medikamenten einschränken, wie z. B. Bluthochdruck.

Zusatzdiagnostik

Blut, Urin: z. B.

  • Hinweise auf Kaliummangel bei Erbrechen infolge Bulimie oder Magersucht,
  • Anzeichen von Schilddrüsenfunktionsstörungen, die zu Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität, Schlafproblemen und/oder depressiver Verstimmung führen können,
  • Anzeichen von Diabetes mellitus, der zu u. a. zu Abwesenheitszuständen und depressiver Verstimmung führen kann
  • Nachweis von Drogen
  • Hinweise auf Nebenwirkungen von Medikamenten wie z. B. Blutbildveränderungen, Leberfunktionsstörungen, Erhöhung des Prolactinspiegels

 EKG (Elektrokardiogramm, Aufzeichnung der Herzströme): z. B.

  • Hinweise auf Herzrhythmusstörungen bei Magersucht, als Risikofaktor oder unerwünschte Wirkung bei Einnahme bestimmter Medikamente

 EEG (Elektroenzephalografie, Aufzeichnung der Hirnströme): z. B.

  • Hinweise auf erhöhte Anfallsbereitschaft, so dass ggf. Aufmerksamkeitsstörungen nicht Folge von ADHS, sondern von epileptischen Anfällen ohne auffällige Verkrampfungen sind (z. B. Absencen oder komplex-partielle Epilepsie)
  • Hinweise auf einen hirnelektrischen Status im Schlaf (ESES bzw. CSWS) als Ursache für Sprachstörungen, Teilleistungsstörungen und /oder Verhaltensauffälligkeiten
  • Hinweise auf Teilleistungsstörungen, Störungen der Wachheit bzw. Aufmerksamkeit, ADHS, Anfälligkeit (Vulnerabilität) für depressive Störungen

MRT des Schädels (Magnetresonanztomographie bzw. Kernspintomographie, Darstellung der Struktur des Gehirns):  z. B.

  • Ausschluss einer Gehirnentzündung, eines Hirntumors, einer Durchblutungsstörung oder frühkindlichen Hirnschädigung als Ursache von Lernstörungen und/oder Verhaltensauffälligkeiten

Fachliche Unterstützung: Dr. Ingo Spitczok von Brisinski, Viersen (BKJPP)